Babymassage – mehr als ein liebevolles Ritual

Eine Babymassage ist Ausdruck von liebevoller Zuwendung zum Kind und stärkt die Bindung zwischen Eltern und Baby. Die sanften Massagebewegungen können auch dazu beitragen, dass das Baby besser zur Ruhe kommt und leichter einschläft. Mit einem geeigneten Pflegeprodukt streichen die Hände mühelos über Babys Arme, Beine und Bauch. Darüber hinaus profitieren gerade Kinder mit sehr empfindlicher, allergiegefährdeter Haut von der Extraportion Pflege. Wissenswertes zur Babymassage und praktische Tipps haben wir hier zusammengestellt. 

Was versteht man unter einer Babymassage?

Bei einer Babymassage wird das Kind mit gleichmäßigen Bewegungen und sanftem Druck gestreichelt. Es kann sich um gerade oder kreisende Streichbewegungen handeln, die einzelne Körperteile oder den ganzen Körper umfassen. Die Massage folgt einem bestimmten Bewegungsrhythmus und kann ein festes Ritual am Tag bzw. am Abend oder nach dem Baden darstellen. Das regelmäßige Massageritual schenkt dem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

Verschiedene Formen der Babymassage

Eine bekannte Form der Babymassage wurde von Frédérick Leboyer in den 1970er Jahren entwickelt. Inspiriert von der traditionellen indischen Babymassage beschrieb der französische Arzt und Geburtshelfer eine Massagetechnik mit sanften, entspannenden und beruhigenden Bewegungen, die mit der flachen, eingeölten Hand ausgeführt werden. Die emotionale Zuwendung zum Baby ist dabei genauso wichtig wie die positive Wirkung bei Unruhe oder Blähungen – die liebevolle Berührung erfüllt das Bedürfnis des Babys nach elterlicher Wärme und ist geradezu als „Seelennahrung“ zu verstehen.

Daneben gibt es z. B. die Schmetterlings-Babymassage der Kinderärztin Dr. Eva Reich. Diese Technik wurde in den 1950er Jahren in den USA entwickelt und beruht auf schmetterlingsförmigen Massagebewegungen. Sie richtet sich vor allem an Babys mit einem schwierigen Start ins Leben und verkrampfte, häufig weinende Kinder.

Beim Baby-Shiatsu sollen die noch nicht ausgereiften Energiebahnen (Meridiane) des Kindes durch sanften Druck angeregt und seine altersgerechte Entwicklung unterstützt werden.

Welche Vorteile hat eine Babymassage?

Babys genießen die zärtlichen Berührungen und die liebevolle Aufmerksamkeit des Elternteils, das während der Massage zum Kind spricht oder auch etwas singen oder summen kann. Dabei sollten die Mutter oder der Vater stets Augenkontakt zum Baby halten. Die Babymassage stärkt so die Beziehung zwischen Eltern und Kind und sie fördert seine körperliche und seelische Entwicklung.

Babymassagen können auf das Kind entspannend wirken, Bauchschmerzen beruhigen und das Einschlafen erleichtern. Die Durchblutung wird gefördert, wovon auch das Immunsystem profitiert. Bei der Mutter wird durch das Massieren das Stillhormon Oxytocin ausgeschüttet, was den Milchspendereflex unterstützt.

Ein geeignetes Pflegeprodukt schenkt Babys zarter und empfindlicher Haut viel Feuchtigkeit und trägt zur Stärkung der Hautbarriere bei. Speziell die extrem sensible Haut von Kindern aus Allergikerfamilien sollte wertvolle Substanzen und eine reichhaltige Pflege enthalten, die Reizungen und Rötungen vorbeugt. Dazu empfiehlt sich eine Körperbutter ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe oder andere belastende Zusatzstoffe. Durch die Massage erfährt die Babyhaut eine intensive Pflege in einem Ritual, das sich insbesondere nach dem Baden eignet.

Praktische Tipps für die Babymassage

Damit die Babymassage für das Baby und Mama oder Papa eine schönes Erlebnis wird, gilt es einige Dinge zu beachten:

  • Nehmen Sie sich genug Zeit und Ruhe für die Massage
  • Der Raum sollte angenehm warm sein, es darf nicht ziehen, nutzen Sie bei Bedarf einen Heizlüfter
  • Legen Sie Ihr Kind nackt auf einen stabilen, aber angenehm weichen Untergrund, z. B. auf ein flauschiges Handtuch
  • Halten Sie Reinigungs- und Handtücher bereit, da es keine Windel trägt
  • Bereiten Sie auch schon vor, was das Kind nach der Babymassage anziehen soll
  • Wählen Sie eine angenehme Sitzposition, in der Sie länger bequem verweilen können
  • Achten Sie darauf, dass sowohl die Körperbutter als auch die Hände warm sind
  • Bitte verzichten Sie auf lange Fingernägel
  • Massieren Sie Babys Körperteile möglichst immer in der gleichen Reihenfolge, das gibt dem Kind ein sicheres Gefühl
  • Babys Haut kann nach der Massage glatt sein, halten Sie es daher gut fest, wenn Sie es hochnehmen

Wie lange dauert eine Babymassage?

Bei jüngeren Babys kann die Massage fünf bis zehn Minuten dauern, ältere Babys können bis zu 40 Minuten massiert werden. Wichtig ist, dass das Baby die Streicheleinheiten genießt. Falls das Baby im Verlauf unruhig wird, beenden Sie die Massage und lassen das Ritual mit liebevollen Worten ausklingen.

Wann sollte man das Kind besser nicht massieren?

Achten Sie stets darauf, wie Ihr Baby sich fühlt und verzichten Sie besser auf die Babymassage, wenn das Kind

  • hungrig oder durstig ist oder einen vollen Magen hat
  • schon sehr schläfrig ist
  • durch starke Blähungen oder Koliken aufgebracht ist
  • sehr weinerlich ist
  • krank ist oder Fieber hat 

Wie kann eine Babymassage aussehen?

Lassen Sie das Kind zunächst nackt nach Herzenslust strampeln und verreiben Sie das Pflegeprodukt in den Händen, um es anzuwärmen. Beginnen Sie mit der sanften Massage der Füßchen mit den einzelnen Zehen, dann der Beine. Anschließend streichen Sie Bauch, Hände und Arme mit gleichmäßigen, ruhigen Bewegungen.

Öffnen Sie die Hand des Babys mit der Handfläche nach oben und streichen Sie mit dem Daumen von der Handwurzel bis zu den Fingerspitzen. Auf dem Bauch können kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn mit der flachen Hand dem Baby guttun. Die Brust massieren Sie ebenfalls mit den flachen Händen und symmetrischen Bewegungen von der Mitte nach außen. Wenn es Ihr Baby mag, können Sie auch seinen Rücken sanft in kleinen kreisenden Bewegungen massieren.

Beobachten Sie, was Ihrem Kind besonders gefällt und passen Sie die Art und Reihenfolge der Streichbewegungen entsprechend an. Bleiben Sie stets im Berührungskontakt mit Ihrem Baby und begleiten Sie die Massage mit ruhigen Worten oder Melodien.

An vielen Orten gibt es übrigens Familienzentren und Hebammen, die Massagekurse anbieten und unterschiedliche Techniken vermitteln.

Quellen:

https://www.babycenter.de/a33158/babymassage—die-grundlagen
https://www.hallofamilie.de/gesundheit/wellness/1776-indische-babymassage-nach-leboyer/
https://www.familienleben.ch/baby/gesundheit-pflege/babymassage-anleitung-fuer-zu-hause-3156
https://babyshiatsu.de/was-ist-babyshiatsu
http://stillpraxis.de/babymassage/schmetterlingsmassage
https://www.eltern.de/baby/pflege-und-ausstattung/baby-massage-methoden.html
https://www.eltern-bildung.at/expert-inn-enstimmen/babymassage-warum-und-wie/
https://portal.massage-expert.de/massageanleitung/babymassage-ablauf/

Underdown A, Barlow J, Chung V, et al. 2006. Massage intervention for promoting mental and physical health in infants aged under six months. Cochrane Database Syst Rev. 2006 Oct 18;(4):CD005038. doi: 10.1002/14651858.CD005038.pub2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17054233/